Neue Regelungen für den Kinder- und Jugendmedienschutz in Kraft getreten

Der Jugendschutz hat das von vielen Expert*innen seit langer Zeit geforderte Update erhalten. Im Oktober 2020 sprach Bundesfamilienministerin Franziska Giffey noch davon, dass der Jugendschutz veraltet und „im Zeitalter von CD-ROM und Videokassette stehengeblieben“ sei. Mit der Reform des Jugendschutzgesetzes treten zum 1. Mai 2021 neue Regelungen für den Kinder- und Jugendmedienschutz in Kraft. Das Gesetz realisiere moderne und zukunftsoffene Regulierung, um den zentralen Herausforderungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Medien zu begegnen.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gibt Einblick in die Inhalte des neuen Gesetzes: „Bisher ging es vor allem um den Schutz vor der Konfrontation mit Inhalten und es gab Unterschiede zwischen den Regelungen on- und offline. Aber das entspricht nicht mehr der Realität, wie Kinder und Jugendliche Medien nutzen. Aktuelle Risiken wie beispielsweise eine sexuell motivierte Ansprache, also das sogenannte Cybergrooming, oder Kostenfallen und Mobbing waren noch nicht geregelt.“ Dies sei nun vor allem auch aus der Perspektive und zum Schutz von Kindern und Jugendlichen umgesetzt und weniger an Verbreitungswegen und Mediensparten ausgerichtet worden.

Das Gesetz beziehe sich vor allem auf die Schwerpunkte Schutz, Orientierung und Durchsetzung. Des Weiteren werde eine Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz geschaffen.

Auch der Fachverband Medienabhängigkeit e.V. begrüßt die vielen positiven Veränderungen, die die neuen Regelungen mit sich bringen, mahnt jedoch gleichzeitig an, dass bei der beschriebenen Beurteilung digitaler Inhalte die Mechanismen, welche zur Förderung eines exzessiven Mediennutzungsverhaltens beitragen, deutlicher definiert werden müssten und klar als suchtfördernde Faktoren zu benennen gewesen wären. Im „Statement zur Neufassung der Medienregulation im neuen Jugendschutzgesetz (JuSchG)“ des Fachverbandes sind dazu weitere Ausführungen sowie Anregungen für eine effektive Regulierung, die präventives Handeln ermöglicht, bevor jugendgefährdende Inhalte für junge Nutzer*innen zugänglich gemacht werden, nachzulesen.

 

Hier ist die komplette Pressemitteilung vom BMFSFJ nachzulesen:
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/kabinett-beschliesst-neues-jugendschutzgesetz/161194

 

Hier ist das komplette Statement des Fachverbandes Medienabhängigkeit e. V nachzulesen:

https://www.fv-medienabhaengigkeit.de/fileadmin/images/Dateien/Publikationen/FVM_Statement_Medienregulation_4_2021.pdf

Zurück

Weitere Beiträge

Heute ist Weltkindertag!

Heute ist Weltkindertag. Auch die AGJF und ihre Mitarbeitenden setzen sich ein, um Fachkräfte zu stärken, fortzubilden und zu beraten, damit Kinder und Jugendliche in verschiedensten Lebensformen individuell und lebensweltorientiert begleitet werden. Dabei spielen aktuelle Themen und gesetzliche ... Weiterlesen …

Online-Fragebogen für Sozialarbeiter*innen, die mit Kindern mit Migrationshintergrund arbeiten

Das CHILD-UP-Projekt der EHS Dresden hat einen Fragebogen für Sozialarbeiter*innen erstellt, die mit Familien, Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund arbeiten und ruft Kolleg*innen im Arbeitsfeld zur Teilnahme auf. Das ... Weiterlesen …

Start der standardisierten Befragung von Fachkräften

Im Rahmen des Dialogprozesses "Mitreden - Mitgestalten" sind Fachkräfte der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe aufgerufen, sich zu beteiligen. Dazu wurde ein Online-Fragebogen eingerichtet, der zwischen dem 03.09.2019 und dem 04.10.2019 ausgefüllt werden kann. Wo sehen Fachkräfte in der SGB ... Weiterlesen …

CORAX 03/2019 erschienen: Lobbyismus in und für Jugendarbeit

Der neue CORAX ist da. Diesmal dreht sich das Titelthema um Lobbyismus in und für Jugendarbeit. Wie ist Lobbyismus in diesem Bereich zu bewerten? Sollten entsprechende Methoden bewusst eingesetzt werden? Fachkräfte aus der Praxis nehmen Stellung und geben Tipps, wie gelingende Lobbyarbeit ... Weiterlesen …

AGJF Sachsen erhält Shimon-Peres-Preis 2019

Im Projekt Professional Exchange 2018 - Understanding and Responsibilities konnten sich Fachkräfte über die Lebenswirklichkeit von Jugend, die Gestaltung von Jugendarbeit und Jugendpolitik in Israel und Deutschland informieren. Das Projekt mit den Partnern המכללה האקדמית ... Weiterlesen …

Fachtagung zu Menschenrechten in der Jugendhilfe

Menschenrechtsorientierung in der Jugendhilfe stärken Wie können oder sollten sich Fachkräfte der Jugendhilfe im Bereich Flucht und Asyl menschenrechtskonform positionieren? Dieser Fragestellung geht die Fachtagung Mensch. Recht. Profession am 17. September 2019 in Chemnitz ... Weiterlesen …

Einladung zur Shimon-Peres-Preisverleihung erhalten

Die AGJF Sachsen e.V. hat für den im letzten Jahr durchgeführten Fachkräfteaustausch Deutschland-Israel eine Einladung zur diesjährigen Preisverleihung des Shimon-Peres-Preises erhalten. Die Preisverleihung findet am 15. September 2019 statt und der Preis ... Weiterlesen …

Dokumentation zum FKA Deutschland - Israel 2018 online

Im Jahr 2018 informierten sich Fachkräfte verschiedener Handlungsfelder über die Lebenswirklichkeit von Jugend, der professionellen Gestaltung von Jugendarbeit und den Schwerpunkten von Jugendpolitik in Israel und Deutschland. In den Seminaren und Vor-Ort Besuchen organisierten die Teilnehmer*innen ... Weiterlesen …