Vortrag: Freizeit ohne Kontrollen

Donnerstag, den 08. September 2016 um 18:30 Uhr im AJZ M54

Vortrag und Diskussion mit David Templin

Mit Parolen wie "Was wir wollen: Freizeit ohne Kontrollen" gingen in den 1970er Jahren Tausende Jugendliche in der Bundesrepublik auf die Straßen, sammelten Unterschriften und stritten sich mit Kommunalpolitiker_innen. Anknüpfend an die 68er-Revolte hatten sich in einer Vielzahl von Städten und Gemeinden Initiativgruppen Jugendlicher gebildet. Ihr Ziel: vor Ort ein selbstverwaltetes Jugendzentrum einzurichten. David Templin untersucht in seinem jüngst erschienenen Buch "Freizeit ohne Kontrollen" (Wallstein-Verlag) erstmals die westdeutsche Jugendzentrumsbewegung der 1970er und frühen 1980er Jahre.

Mit der Jugendzentrumsbewegung und der Einrichtung hunderter selbstverwalteter Jugendzentren kam es auch in der „Provinz“ zu politisch-kulturellen Aufbrüchen, die politisierte Jugendkultur der Zeit breitete sich in ländlich-kleinstädtischen wie in suburbanen Räumen aus. Früh waren die Initiativen und Zentren aber auch mit einer „Stadtbürokratie“ konfrontiert, die aus ihrer Skepsis gegenüber der Selbstverwaltung keinen Hehl machte. Bereits Mitte der 1970er Jahre häuften sich die Schließungen von Jugendhäusern. Wie Programmatik, soziale Zusammensetzung und Netzwerke der Bewegung aussahen und wie sich die Auseinandersetzungen der Aktivist_innen mit der Kommunalpolitik entwickelten, soll bei dem Vortrag thematisiert werden.

Interessant sind die aufgezeigten Zusammenhänge zwischen den politischen Bewegungen und der pädagogisch-fachlichen Weiterentwicklung der offenen Arbeit sowie die Bedeutung der Jugendzentren für kulturelle und politische Öffnungsprozesse "in der Provinz".
Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

David Templin ist Historiker an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der AGJF Sachsen e.V. statt. Wir freuen uns über Engagierte, Interessierte und Fachkräfte der Jugendarbeit.

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