Fachtagungen

13.12.2016

SYSTEMISCHES INSTITUT SACHSEN, Dresdner Straße 38b, 09130 Chemnitz

Empowerment fördern - Beteiligung ermöglichen

Eigeninitiativen junger Menschen mit Fluchthintergrund in der Jugendhilfe stärken und begleiten

Fachkräfte der Jugendhilfe sind bestrebt, mit ihren Adressat_innen Möglichkeiten zur Beteiligung zu erschließen und Räume für selbstbestimmtes Handeln bereit zu stellen. Dabei stoßen sie insbesondere im Arbeitsfeld Flucht, Asyl und Migration auf problematische, strukturelle Bedingungen, mit denen junge Menschen mit Fluchthintergrund im Alltag und institutionell konfrontiert sind.

Vielerorts wird die bestehende Ausländer- und Asylgesetzgebung für die Einschränkungen sozialer Teilhabe und die prekäre Lebenssituation – gekennzeichnet durch einen unsicheren Aufenthaltsstatus und ungleiche Zugänge zu Bildung, medizinischer Versorgung und anderen sozialen Leistungen – verantwortlich gemacht. Jungen Geflüchteten wird dadurch die Wahrnehmung ihrer Rechte erschwert oder unmöglich gemacht.

Hinzu kommen Erfahrungen von Diskriminierung und Rassismus, die das Ankommen und Leben der Betroffenen zusätzlich erschweren. Dieser Zustand steht nicht nur menschenrechts- und gleichstellungsbezogenen Inhalten des Grundgesetzes oder des SGB VIII entgegen, sondern verletzt auch die von Deutschland ratifizierte UN-Kinderrechtskonvention, die weltweit Kinder und Jugendliche – unabhängig von Herkunft und Status – als Träger_innen von Menschenrechten anerkennt.

Fachkräfte der Jugendhilfe sind herausgefordert, sich diesen komplexen Problemlagen zu stellen und dabei stets ihren pädagogischen Auftrag im Blick zu behalten: volle Inklusion von Menschen in alle Bereiche des sozialen Lebens, Empowerment von Einzelnen und Gruppen sowie Unterstützung von Beteiligung zur Weiterentwicklung einer eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Persönlichkeit.

Aus diesem Grund wird der Fachtag das Recht junger Menschen, sich zu beteiligen und mitzubestimmen, in den Fokus der Auseinandersetzung rücken und sich dabei auf eine solidarische und menschenrechtsorientierte Grundhaltung beziehen. Der kritische Blick auf die Lebensumstände junger Geflüchteter bietet den Rahmen, um sich über die pädagogische und persönliche Haltung im Themen- und Arbeitsfeld auszutauschen und die fachlichen Bedingungen für eine gelingende Praxis weiterzuentwickeln.

Es werden Ansätze und Beispiele diskutiert, wie Adressat_innen und Fachkräfte der Jugendhilfe gemeinsam Möglichkeiten entwickeln bzw. nutzen können, aktiv zu werden und ihre Wünsche und Vorstellungen einzubringen. Vertreter_innen aus selbstorganisierten Strukturen werden Möglichkeiten vorstellen, für eigene Rechte einzustehen und Ohnmacht und Entrechtung entgegenzuwirken.

  Flyer zur Fachtagung „Empowerment fördern - Beteiligung ermöglichen“

Referent_innen: Prof. Dr. Nivedita Prasad, Rola Saleh, Nevroz Duman, Shagayegh Sahandi, Antje Bretschneider,
Heike Steege, Hartmut Mann, Patrik Irmer
Methoden: Fachimpulse, Podiumsdiskussion und Fishbowl, Worldcafé
Zielgruppe: Fachkräfte der Sozialen Arbeit

Kosten
Mitglieder/Nichtmitglieder: 15,00 Euro
Hinweis: Studierende zahlen einen reduzierten Tagungsbeitrag. Für Menschen mit Fluchthintergrund ist die Teilnahme generell kostenlos.

Ansprechpartnerin: Antje Bretschneider
Telefon: (0371) 5 33 64 – 24

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